Tandava  -  Shiva Tanz

Yoga des kaschmirischen Tantrismus wie Daniel Odier ihn lehrt.
Daniel Odier lehrt die Kaula-Tradition des kaschmirischen Tantrismus, so wie sie ihm seine Meisterin Lalita Devi weitergegeben hat. Diese Linie geht bis zu den Mahasiddhas zurück, insbesondere auf Matsyendranath, den Autor des Kaulajnananirnaya-Tantra.
Diese sehr alte Tradition, die eng mit dem Shivaismus des Indus-Tals verknüpft ist, lehrt eine Form des Yoga, die heute beinahe völlig verschwunden ist.

Es handelt sich um eine Übung in drei Phasen, in der Meditation im Sitzen mit Bewegung verbunden wird.
Während der ersten Phase lernt man eine Meditation, bei der man nach und nach zulässt, wie der Körper mit einer freien und absichtslosen Bewegung den Raum ausfüllt. Damit verknüpft ist eine bestimmte Bauchatmung in Form des Unendlichkeitszeichens.

Während der zweiten Phase erlaubt man seinen Armen, den umgebenden sphärischen Raum zu entdecken, während der geschmeidige Körper voll und ganz an dieser Entdeckungsreise teilnimmt.

In der dritten Phase erhebt man sich und beginnt mit dem heiligen Shiva-Tanz, der unter dem Namen Tandava bekannt ist. Es ist ein freier, extrem langsamer Tanz, bei dem sich die Bewegung nach und nach von allen Muskelanspannungen und Willensäußerungen befreit.

Auf diese Weise entdeckt der Yoga-Praktizierende seine ursprüngliche räumliche Freiheit, auf welcher der gesamte tantrische Zugang aufbaut.
Es ist eine Disziplin, die leicht zu verstehen, aber schwierig zu beherrschen ist, denn sie führt auf drei verschiedenen Ebenen in die Räumlichkeit ein – nämlich auf denen des Körpers, des Geistes und der Emotionen.

Die Praktiken sind hauptsächlich dieser Übung gewidmet. Verschiedene Visualisierungen vertiefen das räumliche Empfinden des Shiva-Tanzes.



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