Musik zum Tandava

Die Musik, die zum Tandava tanzen geeignet ist wird ursprünglich auf der Rudra Vina gespielt.
Die nordindische Rudra Vina besteht traditionell aus einer Bambusröhre, die selbst als Resonanzkörper dient und an dessen beiden Enden, zur Schallverstärkung, zwei kugelförmige Kürbiskalebassen angebracht sind. Der mit Bünden versehene Längsteil des Bambusrohrs ist flach. Da sie Saiten die ganze Länge des Rohres ausmachen, gehört die Rudra Vina zur Familie der Zithern: sie ist eine so genannte «Tubular-Zither».

Sie ist wahrscheinlich das älteste Saiteninstrument Indiens und der Vorgänger der Sitar. Eine Legende weiß zu berichten, dass Shiva selbst sie geschaffen habe: angeregt hatte ihn dazu die zierliche gestalt seiner Gattin Parvati. Über erhöhte Stege an beiden Enden laufen sieben Metallsaiten über das Griffbrett. Vier davon sind Melodiesaiten, die d – A – g – cis gestimmt sind (je zwei Stahl- und zwei Kupfersaiten). Eine äußere und gegenüber zwei außen liegende Saiten aus Stahl geben Borduntöne (chikaris). Sie sind auf A und in den beiden Oktaven gestimmt. Bis auf die vier Wirbel an einem Ende des Rohres ist die Rudra Vina symmetrisch. Die Saiten werden mit drei Stahlplektren am Zeige-, Mittel- und Ringfinger der rechten Hand gezupft. Das Instrument ruht mit einem Resonanzkörper auf dem rechten Unterschenkel, der andere liegt über der linken Schulter.

Mohiuddin Dagar hat mehrere bedeutende bau- und spieltechnische Neuigkeiten eingeführt: das Rohr wurde vergrößert, in Teakholz ausgeführt, die Bünde wurden erweitert und beweglich, die Saiten schwerer, die Resonanzkörper größer. Er spielt ohne die gewohnten Metallfingerspitzen (auf diese Art kann er die Saiten sehr verschieden anschlagen, mit dem Nagel, mit der Fingerspitze usw.): so erzeugt er einen tieferen, volleren und stärkeren Ton.

Die Rudra Vina wird praktisch nicht mehr gebaut und nur noch äußerst selten gespielt. Sie ist dem alten klassischen Dhrupad-Stil vorbehalten. Ihre tiefe Stimmung ist besonders für die langsame Entwicklung des Alap geeignet. Nur männliche Familienmitglieder der Gharanas (Musikerfamilien) durften das Rudra-Vina-Spiel erlernen. Ihr Spiel wird noch innerhalb der Dagar-Familie weitergegeben. Die Dagar Gharana aus Delhi gilt als die älteste Dhrupad-Schule. Der bedeutendste Rudra-Vina-Spieler im 20. Jahrhundert war Zia Mohiuddin Dagar (1929–1990). Einer der wenigen Musiker, die regelmäßig Konzerte auf der Rudra Vina geben und der die Tradition maßgeblich am Leben erhält, ist Asad Ali Khan (* 1934).
Heute der Sohn von Zia Mohiuddin Dagar, Bahauddin Dagar spielt noch die Rudra Vina und gibt Konzerte.


Hier einige Titel, die sehr zu empfehlen sind:

Asad Ali Khan:
Raga Miyan Ki Todi
Raga Jaijaivanti

Mohiuddin Zia Dagar:
Raga Yaman/Raga Suddha Todi
Todi Ahir Lalit Panchamkauns

Bahauddin Dagar:
Todi Ahir Lalit Panchamkauns
Rag Bahiravi

Es kann aber auch andere Musik zu den Tandava- Praktiken benutzt werden:
Einige Beliebte Titel die Daniel oft spielt:

Dr. L. Subramaniam:
Global Fusions

Munir Bachir - Meditations ähnlich wie Gitarre)

Weitere Ergänzungen folgen.

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